Dieses Cello Zubehör brauchst du wirklich

Die Auswahl an Zubehör fürs Cello ist relativ überschaubar. Trotzdem muss man nicht gleich alles kaufen was es gibt. Manche Sachen sind schlicht überflüssig während andere widerum sehr nützlich oder gar notwendig sind um spielen zu können. Was es alles gibt und was man davon wirklich braucht und was nicht, verraten wir in diesem Beitrag.

Celloständer

Der Celloständer ist ein absolutes Must-Have. Auch wenn man einen Cellokasten – also einen Koffer – hat indem man das Streichinstrument die meiste Zeit über aufbewahrt, braucht man einen Ständer. Denn beim täglichen Üben oder bei Konzerten und Aufführungen muss man das Instrument zwischendurch auch einmal aus der Hand legen. Am sichersten ist es da in beziehungsweise auf einem geeigneten Celloständer. Dieser beherbergt das Violoncello sicher und sorgt dafür, dass es nicht umkippt – weder nach vorn noch zur Seite – und dass der Lack keinen Schaden nimmt. Stabil muss ein Ständer deshalb sein und eine gut durchdachte Konstruktion aufweisen. Ecken und Kanten sind tabu und sollten mit Schaumstoff oder Materialien wie Kork gepolstert sein. Möchte man den Ständer mitnehmen, sollte er zudem besonders leicht und kompakt sein, sich also zusammenklappen lassen auf eine praktische Größe.

Reinigung und Pflege

Zur Reinigung und Pflege eignen sich Microfasertücher oder vergleichbare Reinigungstücher bestens. Wichtig ist, dass diese keine Kratzer im Lack des Cellos hinterlassen und diesen nicht aufrauen. Fürs Griffbrett gibt es diverse Pflegeöle die man regelmäßig auftragen kann – auch mit angenehm frischem Geruch. Für die Wirbel sollte man Wirbelseife parat haben. Diese kommt meist in einem Stift wie Labello daher und genau so wird sie auch angewendet damit die Wirbel stets geschmeidig bleiben und sich nicht festsetzen. Um den Klang und die Lebensdauer der Saiten zu verlängern, eignen sich Saitenreiniger bestens. Auch fürs Bogenhaar gibt es spezielle Reiniger. Eine Pflegepolitur hält den Korpus in Schuss und sorgt dafür, dass er auch nach vielen Jahren noch schön aussieht.

Feinstimmwirbel

Feinstimmwirbel sind extrem praktisch und vereinfachen einem das Stimmen des Cellos enorm. Das Cello hat bekanntlich vier Saiten und zu jedem gehört ein Wirbel an dem man drehen kann, um die Spannung der Saiten zu erhöhen oder zu reduzieren. So kann man das Instrument stimmen und die gewünschte Tonhöhe einstellen. Allerdings sind gewöhnliche Wirbel nicht so präzise wie gerade Anfänger es sich oft wünschen würden. Viel einfacher lässt sich das beliebte Streichinstrument mit sogenannten Feinstimmwirbeln stimmen. Diese ersetzen die schönen Holzwirbel und können eine ausgeklügelte Mechanik vorweisen. Kleine Zahnräder mit einer sinnvollen Übersetzung ermöglichen es, sehr gleichmäßig und in ganz kleinen Schritten zu stimmen und die jeweilige Einstellung dann auch gut zu halten. Feinstimmer muss man nicht haben – wer allerdings welche hat, wird sie nicht mehr missen wollen.

Stimmgerät

Ein Stimmgerät ist sicher kein optionales Zubehör sondern Goldstandard. Auch wenn es diverse Apps gibt sollte man besser auch ein richtiges Stimmgerät parat haben das zuverlässig funktioniert. Einige Modelle bieten über die Stimmfunktion hinaus noch weitere Features wie ein Metronom an. Die Auswahl ist groß und es sollte nicht schwer fallen, hier ein geeignetes Gerät zu finden.

Kolophonium

Das Bogenharz oder Kolophonium wird auf das Bogenhaar aufgetragen um die nötige Reibung zwischen diesem und den Saiten zu erzeugen. Nur so kann der charakteristische Cello-Klang entstehen. Man muss es regelmäßig erneuern und sollte deshalb immer etwas von dem Harz parat haben. Man benötigt es für alle Streichinstrumente. Die erhältlichen Produkte unterscheiden sich vor allem in Bezug auf ihre Konsistenz und die daraus resultierenden Eigenschaften. Für Cellos eignen sich Bogenharze mit mittlerer Haftkraft für gewöhnlich am besten. Fortgeschrittene Cellisten weichen von allgemeinen Empfehlungen aber auch gerne ab und verwenden das Kolophonium, welches sich für sie als am besten herausgestellt hat und perfekt zu ihnen und ihrem Cellospiel passt.

Thermo-Hygrometer

Bei besonders hochwertigen und teuren Celli wird bei der Lagerung viel Wert darauf gelegt, dass Temperatur und Luftfeuchtigkeit möglichst konstant und in einem optimalen Bereich bleiben. Bei der Überwachung helfen sogenannte Thermo-Hygrometer die einem mit nur einem Blick beide Parameter verraten. Im Allgemeinen sollte man zu hohe Temperaturen und trockene Luft vermeiden. Fußbodenheizungen sind suboptimal und in Räumen mit Holzofen fühlt sich ein Violoncello auch nicht besonders wohl. Wird das Holz zu trocken kann es reißen. Wenn man ein paar Regeln beachtet kann man als Anfänger mit Schülerinstrument aber auch von einem Thermo-Hygrometer absehen. Auf der anderen Seite kostet dieses Zubehör nicht die Welt. Ist die Luft tatsächlich zu trocken gibt es übrigens Luftbefeuchter, die man im Cellokoffer oder dem Instrument direkt platzieren kann.

Dämpfer

Man kann nicht immer in voller Lautstärke Cello spielen. Beim abendlichen Üben in der Mietwohnung oder wenn Familienmitglieder bereits schlafen oder sich nach stundenlangem Üben gestört fühlen, muss man das von Haus aus ausdrucksstarke Instrument irgendwie dämpfen. Wenn es leise sein muss kann man sich auf eine breite Auswahl an Dämpfern für Celli verlassen. Es gibt verschiedene Ausführungen von denen sich die meisten direkt auf dem Steg installieren lassen. Die Materialien sind vielseitig und reichen von Kunststoffen über Holz bis hin zu Metallen. Auch in ihrer Form unterscheiden sich die einzelnen Modelle teilweise deutlich. Das Prinzip hinter Cellodämpfern ist also nicht Einfluss auf den Austritt des Schalls aus dem Resonanzkörper zu nehmen, sondern gleich an der Wurzel einzugreifen und bei der Entstehung der Töne einzugreifen. Eine Alternative für spezielle Situationen kann neben dem Dämpfer der ein durchaus nützliches Zubehör sein kann aber auch ein E-Cello sein. Die elektrische Variante lässt sich flüsterleise spielen und kann in manchen Fällen eine gute Ergänzung zum akustischen Original sein.

Parkettschoner

Ein Cellostachel hinterlässt natürlich Spuren auf dem Fußboden. Von Kratzern über kahle Stellen bis hin zu Löchern kann mit der Zeit alles entstehen. Verstärkt werden diese Abnutzungen noch dadurch, dass man in der Regel immer an der gleichen Stelle übt. Außerdem rutscht so ein Stachel auf Parkettböden gerne einmal weg und das Cello macht sich selbständig. Der Parkettschoner erfüllt deshalb gleich zwei Aufgaben. Zum einen hält er das Instrument in Position und zum anderen verhindert er, dass der Fußboden beschädigt wird. Die Auswahl an Modellen in den unterschiedlichsten Materialien und Designs ist groß. Von schlicht bis edel ist alles dabei. Bei den Schonern handelt es sich meist um eine Art gummierte Platte die auf den Boden gelegt wird. In der Mitte befindet sich dann eine Öffnung, zum Beispiel eine Metallöse. In diese wird nun der Stachel geführt. Eine andere Ausführung gleicht eher einem Fingerhut aus Gummi der auf den Stachel gesteckt wird. Der Vorteil ist, dass dieser fest mit dem Cello verbunden ist und man ihn nicht etwa ausrichten muss auf dem Boden. Auch ein Positionswechsel lässt sich so leichter bewerkstelligen. Man nennt die nützlichen Gummihüllen auch Stachelpuffer. Es gibt aber auch Versionen die wie ein Gürtel aufgebaut sind und mehrere Löcher in gleichen Abständen zur Verfügung stellen. Diese Cellobretter lassen sich mitunter sogar am Stuhl befestigen, damit sie nicht verrutschen können.

Cellokoffer & Cellotasche

Möchte man sein Instrument transportieren benötigt man ein Case. Hier kann man grob zwischen Koffern die auch als Cellokasten bezeichnet werden und Taschen unterscheiden. Robuster ist natürlich der Koffer. Er bietet dem Streichinstrument den maximalen Schutz. Der Nachteil ist, dass Cellokoffer schwerer sind als einfache Cellotaschen oder Soft Cases. Ein Hardcase ist deshalb besser geeignet, wenn man das Cello von der Wohnung ins Auto befördert um es auf diese Weise zu transportieren. Eine besonders leichte Version stellen Cellokoffer aus Carbon dar. Muss man hingegen weitere Strecken zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen, ist man mit einer Cellotasche besser ausgestattet. Sie ist leichter und dank eines bequemen Tragesystems einfacher zu transportieren – nicht dass es so etwas nicht auch für Hardcases zu kaufen gäbe. Dieses Zubehör gehört zur Grundausstattung eines Cellisten und man sollte nicht darauf verzichten. Auch, wenn man vorerst nicht vor hat, mit dem Cello das Haus zu verlassen.

Cellostuhl

Eine ergonomisch möglichst einwandfreie Körperhaltung verhindert mittel- und langfristig Probleme Schultern, Armen und dem Rücken. Man sollte bequem sitzen und ausreichend Bewegungsfreiheit haben um beim Spielen nirgendwo anzustoßen. Auch die Beine sollten etwas Raum für sich haben, sodass man eine bequeme Haltung beim Üben und Spielen einnehmen kann. Um dies zu gewährleisten bieten Cellostühle genau diese Eigenschaften. Um sie an die jeweilige Körpergröße anpassen zu können, lassen sich die meisten Modelle ganz flexibel in der Höhe verstellen. Spielt man nicht nur in den eigenen vier Wänden sollte man einen Stuhl haben der möglichst leicht und kompakt ist und sich im Idealfall zusammenklappen und mit wenigen Handgriffen wieder aufbauen lässt. Allerdings muss es sich hierbei nicht um einen Cellostuhl handeln. Jeder Stuhl der die wichtigsten Kriterien erfüllt ist geeignet und meist billiger. Hat man keine Sitzgelegenheit, sollte man also nach etwas Ausschau halten, das zu einem passt und worauf man es auch über längere Zeiträume aushält.