Alles über den Kontrabass

Der Kontrabass ist der König unter den Streichinstrumenten. Kein anderes ist so groß wie er und keines so tief. Besonders häufig wird er beim Jazz eingesetzt, aber auch andere Musikrichtungen wie Rockability meistert er mit Bravour. Auch in Sinfonieorchestern kommt er zum Einsatz und gibt dort seine markanten Töne von sich, die die Musik komplettieren. Alles über den Kontrabass und worauf man achten muss wenn man das gigantische Streichinstrument kaufen möchte, erfährst du auf dieser Seite.

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Was ist ein Kontrabass?

Die italienische Bezeichnung für den Kontrabass lautet contrabasso. Unter seinen Verwandten, den Streichinstrumenten, hat er die tiefste Stimme und dazu den größten Resonanzkörper. Seine Dimensionen machen den Transport zu Proben und Auftritten zwar nicht immer einfach, aber dort angekommen weiß er mit seinem Charme durchaus zu begeistern. Häufig wird er auch einfach nur als Bass bezeichnet und auch der Begriff Bassgeige fällt hier und da, wenn von ihm die Rede ist. Kontra deutet übrigens nicht auf eine Art Gegenbewegung in Band oder Orchester hin, auch wenn er duchsetzungsstark wie er ist das Zeug dazu hätte, sondern steht für die Kontra-Oktave die sehr tiefe Töne bereithält die besonders maskulin klingen. Noch etwas tiefer wäre die Subkontra-Oktave, auch wenn dieser keine allzu große musikalische Bedeutung zukommt. Der Kontrabass ist ganz sicher tief genug.

Kontrabass Stimmen / Stimmung

Üblicherweise hat der Bass vier Saiten die in Quarten gestimmt sind. Nämlich ,E / ,A / D und G. Weil ihm in Sinfonieorchestern gelegentlich die Puste ausgeht weil bis zum tiefen Kontra-C immerhin vier Töne fehlen, gibt es auch Varianten mit fünf Saiten. In Nordamerika sind auch Viersaiter gängig, die mit einer Verlängerungsmechanik ausgestattet sind. Sie erlaubt die Verwendung aller Töne der Kontra-Oktave, indem sie über einen Hebelmechanismus die tiefste Saite (E-Saite) einfach verlängert. Sie führt dann schlicht in den Wirbelkasten. Eine elegante Lösung, die auch als C-Maschine bekannt ist. Ob das Repertoire die nach unten fehlenden Töne erfordert, muss am Ende jeder selber wissen. Viele Stücke ab der späten Romantik sind jedenfalls darauf angewiesen. Moderne Musik wie Pop oder der Jazz kommen auch ganz gut ohne aus und begnügen sich mit einem Tonspektrum welches beim ,E beginnt.

Die Geschichte des Kontrabasses

Wie alle Musikinstrumente die wir heute kennen hat auch der Kontrabass eine bewegte Geschichte mit zahlreichen Vorfahren. Auch er hat so etwas wie eine Evolution durchlaufen. Die ursprünglichste Form wurde im Laufe der Zeit stets verbessert, bis am Ende der Kontrabass in seiner heutigen Erscheinung heraus kam. Seine Vorgänger sind sowohl verschiedene Bassviolinen mit vier Saiten und ohne Bünde, als auch Bassgamben die mit Bünden daher kamen und mit bis zu sechs Saiten aufwarten konnten, ähnlich wie die heutige Gitarre. Ein Vorfahre ist der sogenannte Violone. Das historische Streichinstrument kam üblicherweise in Gamben- oder Violinform daher. Alles in allem kann man sagen, dass es den Kontrabass schon seit etwa 400 Jahren gibt. In der finalen Form wie wir ihn heute kennen, hat der Bass aber noch keine 100 Jahre auf dem Buckel.

Kontrabass kaufen

Günstige Einsteigermodelle bekommt man schon für unter 1.000 Euro. Bessere Modelle sind meist im vierstelligen Bereich angesiedelt und für einen richtig guten Kontrabass muss man dann auch recht tief in die Tasche greifen. Passend zur Kontra-Oktave also. Auch fünfstellige Beträge kann man ohne Weiteres investieren wenn man es sich leisten kann und will. Gerade Anfänger sollten aber klein anfangen und am besten nach einem günstigen gebrauchten Instrument Ausschau halten welches sie die ersten Monate oder gar Jahre begleitet um einen Einstieg zu finden, sich und die musikalischen Fähigkeiten zu entwickeln. Wenn man irgendwann weiß wohin die Reise gehen wird, welche Art von Musik man machen möchte und wie wichtig einem das Instrument ist, kann man immer noch in ein Profimodell, vielleicht sogar vom Instrumentenbauer, investieren.

Kontrabass Größe

Am geläufigsten sind die Größen ¾ und 4/4. In Sinfonieorchestern trifft man in der Regel auf die größere Ausführung. Der größere Resonanzkörper bringt einen volleren und durchsetzungsstärkeren Sound hervor ist aufgrund seiner Dimensionen aber auch schwieriger zu transportieren. Im Bereich der Populärmusik, bei Folk und Jazz findet man hingegen häufiger die 3/4-Variante die es auf eine stattliche Länge von etwa 185 Zentimetern bringt und eine Korpusbreite von über 60 Zentimetern aufweist. Die bereits erwähnte Ausführung mit fünf Saiten entspricht eigentlich immer der Größe von 4/4. Dazwischen gibt es noch Instrumente mit 7/8, auch wenn diese nicht so weit verbreitet sind. Es geht aber noch kleiner, mit ½ Kontrabässen oder ¼ Modellen wird man den Ansprüchen junger und angehender Bassisten gerecht. Kinder und Jugendliche befinden sich natürlich noch im Wachstum. Es ist sehr wichtig, hier nicht gleich ein Instrument zu kaufen, das deutlich zu groß ist, weil die Kids ja sowieso irgendwann an die richtige Körpergröße haben werden. Man kauft einem Grundschulkind ja auch keine Schuhe in Größe 46 weil man damit auf der sicheren Seite ist. Ein ergonomisches und gesundes Spielen ist es erforderlich, ein Instrument anzuschaffen, das auch passt. Es gibt für die Kleinsten sogar spezielle Kontrabässe in den Größen 1/8 und 1/16. Da die Kontrabass-Größen im Allgemeinen nicht genormt sind und man keine pauschalen Empfehlungen geben kann welche Größe die richtige für einen selbst oder den Nachwuchs ist, sollte man sich unbedingt von jemandem beraten lassen der die nötige Expertise hat und erkennt, welches Instrument genau richtig ist.

Kontrabass lernen

Bass zu spielen ist im Grunde gar nicht so schwierig. Meist kann man schon nach relativ kurzer Zeit die ersten Lieder begleiten und einfache Melodien spielen. Auch Erwachsene können das Streichinstrument ohne Weiteres noch erlernen. Besonders wichtig sind die ersten Schritte und der Einstieg. Anfänger müssen unbedingt den korrekten Umgang mit dem Instrument erlernen. Dazu gehört nicht nur die korrekte Spieltechnik, sondern auch das Halten des Kontrabasses. Nur wenn dieser stets in der richtigen Position ist kann man mühelos greifen – und das ergonomisch einwandfrei. Nur so kann man ohne Verspannungen, Rückenschmerzen und sonstige Probleme mit dem passiven Bewegungsapparat lernen, üben und spielen. Es empfiehlt sich unbedingt, einen versierten Bassisten oder noch besser einen Lehrer an der Seite zu haben, der einem alles zeigt und beibringt, was wirklich wichtig ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Person einen auch beobachten und analysieren und so die Fehler die gemacht werden erkennen kann, und einem wertvolle Tipps und Korrekturhinweise geben kann. Es macht außerdem einen großen Unterschied ob man einen akustischen Bass oder einen E-Kontrabass spielt. Nicht nur was das Handling mit dem Instrument anbelangt da der E-Bass ohne Resonanzkörper daherkommt, sondern auch in Hinblick auf Intonation und Anschlag. Wenn sich beim Spielen erst einmal Fehler eingeschlichen haben, wird man diese oftmals nur sehr schwer wieder los. Ein professioneller Einstieg ist deshalb das A und O und mit ausreichend Motivation und Durchhaltevermögen wird man sehr schnell Fortschritte erzielen. Auch Kinder können Kontrabass lernen mit einem Instrument das in der Größe reduziert und speziell für Kinder konzipiert ist.

E-Kontrabass

Der elektrische Kontrabass verzichtet auf den Resonanzkörper und wird dadurch um einiges leichter und praktischer in der Handhabung. Das akustische Signal wird von Tonabnehmern aufgenommen und über einen Verstärker, an den auch ein Kopfhörer angeschlossen sein kann, entsprechend verstärkt. Das Musikmachen mit dem E-Bass unterscheidet sich doch wesentlich von dem auf dem akustischen Vorbild. Nicht nur die Haltung und das Bespielen des Streichinstruments sind ganz anders, sondern auch die Zupftechnik und der Anschlag unterscheiden sich hier. Der Elektrobass hat zwei große Vorteile. Zum einen ist er deutlich leichter und kompakter weshalb man ihn viel besser transportieren und nach dem Üben verstauen kann. Zum anderen ist er unverstärkt oder mit Kopfhörer deutlich leiser zu spielen was ihn auch für die kleine Wohnung qualifiziert. Ein akustisches Instrument stößt bei den Nachbarn selten auf Verständnis wenn man täglich übt, möglicherweise über Stunden hinweg. Außerdem hat man beim elektrischen Bass mehr Möglichkeiten was die Gestaltung des Sounds anbelangt. So lässt er sich zum Beispiel auch mit einer Loop Station verbinden um so musikalisch ganz neue Wege gehen zu können.