Alles was man über Kolophonium wissen muss

Damit die klanglichen Eigenschaften voll und ganz entfaltet werden können, muss mit dem sogenannten Bogenharz das auch als Kolophonium bezeichnet wird dafür sorgen, dass die Bogenhaare optimal auf den Saiten des Streichinstruments haften können. Was genau sich dahinter verbirgt, wo die Unterschiede liegen und welches Bogenharz man kaufen sollte, verrät dieser ausführliche Ratgeber.

Die Bestseller auf Amazon

Bestseller Nr. 1
Healifty Natural Low Dust Kolophonium für Violine Viola Cello Saiten Musikinstrumente (Golden)
Geringes Staubkolophonium reduziert Schäden für den menschlichen Körper.; Hilft dem Instrument, wirklich reinen und klaren Klang ohne Lärm zu liefern.
10,79 EUR
Bestseller Nr. 2
PIRASTRO Cello Kolophonium
leuchtend kirschrot; ein härteres Kolophonium für Cello
15,99 EUR
AngebotBestseller Nr. 3
Gewa Royal Oak Cello Kolophonium - Rosinio
5,73 EUR −1,83 EUR 3,90 EUR
AngebotBestseller Nr. 4
D'Addario Kaplan Premium-Kolofonium mit Hülle leicht
D'Addario Kolofon hell; Leichtes Kolofonium; Hülle für einhändigen Gebrauch entworfen; Entwickelt nach dem original Kaplan-Rezept, das von Ladislav Kaplan überliefert wurde
12,50 EUR −0,80 EUR 11,70 EUR
Bestseller Nr. 6
2 x Kolophonium Soundman® für Geige, Bratsche, Cello, Kontrabass - Rosin Kolofonium Violine Viola (2 große Barren)
Hochwertiges Soundman-Kolophonium (2 große Barren); Material: Rosin; Für Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass geeignet
8,40 EUR
Bestseller Nr. 8
Pirastro Goldflex Kolophonium, ideal für Pirastro Goldflex Saiten, mittel
Marke: Pirastro; Instrument: Streichinstrumente; Antiallergen: Nicht Antiallergen; Härtegrad: Weich
18,50 EUR
Bestseller Nr. 10

Letzte Aktualisierung am 7.12.2021 um 11:55 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Was ist Kolophonium?

Die Bezeichnung ist von der griechischen Stadt Kolophon abgeleitet. In der Antike wurde in der wohlhabenden Region unweit vom heutigen İzmir Kolophonium aus Nadelbäumen gewonnen. Da der heutige Bedarf sehr groß ist beschränkt man sich bei der Gewinnung natürlich nicht auf die ursprüngliche Region. Heute stammt das Rohkolophonium überwiegend aus Kiefernharz. Ganz gleich für welches Bogenharz man sich am Ende entscheidet, unabhängig vom Hersteller dahinter, dem Markennamen unter welchem es vertrieben wird und der Preisklasse, als Basis dient stets Harz. Die Konsistenz dieses Rohstoffs unterscheidet sich von Produkt zu Produkt teilweise stark. So gibt es besonders klebrige, besonders trockene Varianten und alles dazwischen. Je nachdem, für welches Instrument es eingesetzt werden soll. Für den Kontrabass verwendet man zum Beispiel ein klebrigeres Kolophonium mit besonders guten Hafteigenschaften, Violinisten greifen hingegen auf ein trockeneres Bogenharz zurück. Viele Hersteller fügen ihrem Produkt noch weitere Komponenten hinzu um den Klang zu beeinflussen. In der Regel handelt es sich hier um diverse Metalle. Die genaue Rezeptur werden wohl nur die wenigsten bekanntgeben, da es sich hierbei um ein Alleinstellungsmerkmal handelt. Wie groß der Einfluss auf den Klang hier aber tatsächlich ist und ob ein Mehrpreis gerechtfertigt ist, lässt sich in der Praxis wohl nicht mit einhundertprozentiger Sicherheit ausmachen.

Welches Bogenharz sollte man kaufen?

Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen: Selber Rohstoff, unterschiedliche Eigenschaften. Dies gilt für alle erhältlichen Produkte. Und diese Unterschiede sind nicht nur darauf zurückzuführen dass Musiker unterschiedliche Präferenzen haben, sondern auch auf die Beschaffenheit der Streichinstrumente für die sie konzipiert sind. So gibt es Harze speziell für das Cello, den Bass, Geige und Bratsche. Alle unterscheiden sich in ihren Eigenschaften die speziell auf das jeweilige Instrument abgestimmt sind. Gerade als Anfänger sollte man sich deshalb auf die Angaben des Herstellers verlassen und möglichst ein bewährtes Kolophonium kaufen das eine gute Preis-Leistung. Es empfiehlt sich, hier auf Erfahrungswerte fortgeschrittener Cellisten zu verlassen oder nach Produkten mit positiven Kundenrezensionen Ausschau zu halten. Diese finden sich zum Beispiel in großen Musikshops im Internet. Hier kann man davon ausgehen, dass die Bewertungen authentisch sind. Vor allem, wenn sie in großer Anzahl vorhanden sind. Später sollte man in jedem Fall seine eigenen Tests und Vergleiche durchführen um den für sich subjektiv besten Klang aus dem eigenen Instrument herauszuholen. Die Auswahl ist jedenfalls riesig – groß genug, einen Favoriten zu finden. Für Cellos eignet sich eine mittlere Haftkraft in der Regel jedenfalls am besten. Stahlsaiten hingegen sind mit einem harten Kolophonium mit niedriger Haftkraft gut beraten, Darmsaiten mit einer Variante die deutlich weicher und damit klebriger ist und deshalb eine hohe Haftfähigkeit vorzuweisen hat. Für Geigen empfehlen sich Varianten mit einer möglichst geringen Haftfähigkeit, also besonders harte Bogenharze. Etwas weicher darf es für Bratschen sein, der Kontrabass mag es klebrig und weich.

Unsere Empfehlung

Wie es funktioniert

Das Prinzip hinter dem Harz welches für wohlklingende Töne sorgen soll ist simpel. Noch immer werden für den Streichbogen fast ausschließlich Schweifhaare von Hengsten verwendet. Ein Naturprodukt also, welches den heute verfügbaren synthetischen Alternativen immer noch überlegen ist. Streicht man mit dem Rosshaar über die Saiten wird man rein akustisch nichts vernehmen können, das nach einem Streichinstrument klingt. Für gewöhnlich hört man überhaupt nichts, das Bogenhaar gleitet geräuschlos über die Saiten ohne dabei einen Klang zu erzeugen. Deshalb wird regelmäßig Kolophonium aufgetragen. Und zwar vom Frosch bis zur Spitze der Bogenstange. Nur so kann beim Darüberstreichen die benötigte Reibung erzeugt werden. Betrachtet man die Anatomie des Rosshaares kann man nun folgendes feststellen. Das Harz lässt die anliegenden Schuppen etwas abstehen und fixiert sie in dieser Position. Das Haar wird dadurch deutlich rauer und nimmt die Saite die daran haften bleibt ein Stück mit. Natürlich verhindert die Saitenspannung dass diese sich wie Spaghetti verbiegen und am Bogen kleben bleiben. Die Saite löst sich und wird dadurch in Schwingung versetzt. Für das menschliche Auge ist dieser Effekt natürlich nicht wahrnehmbar. Man bezeichnet ihn auch als Stick-Slip-Effekt.

Wie man es aufträgt (und wie oft)

Im Grunde genommen ist die Prozedur recht simpel. In der einen Hand hält man den gespannten Bogen und in der anderen das Bogenharz welches man möglichst gleichmäßig und behutsam über die volle Länge, also vom Frosch bis zur Bogenspitze, aufträgt. Diesen Vorgang wiederholt man dann einige Male. Ein guter Richtwert sind 6 Wiederholungen, bei neuen Bögen etwa doppelt so viele. Kolophonieren ist keine Raketenwissenschaft. Die Durchführung gilt für alte und neu bespannte Bögen gleichermaßen. Etwas ausgiebiger sollte man aber bei neu bespannten Bögen zur Sache gehen. Einfacher geht das Ganze übrigens von der Hand, wenn der verwendete Kolophoniumklotz eine etwas rauere Oberfläche hat. Um dies zu erreichen und diesen etwas aufzurauen, kann man eine Nagelfeile verwenden. Grundsätzlich sollte man nicht nach einem Zeitplan kolophonieren also alle paar Tage oder Wochen oder nach einer bestimmten Anzahl an Stunden die der Bogen im Einsatz war sondern dann, wenn der Cellobogen nicht mehr ausreichend kolophoniert ist. Man merkt recht schnell, ob sich noch genug Harz auf den Boogenhaaren befindet oder nicht. Zum einen hört man es beim Spielen. Wenn der Klang immer dünner wird und die Töne immer leiser dann ist dies schon der erste Hinweis. Streicht man mit einem Fingernagel über die Boogenhaare und es bleibt kein Kolophoniumstaub hängen, ist dies schon der zweite Hinweis. Wichtig zu wissen ist außerdem, dass man es durchaus auch übertreiben kann. Zu viel des Guten sorgt am Ende eben nicht für einen noch besseren Klang sondern das Gegenteil. Dennoch ist etwas mehr besser als etwas zu wenig, da dies der Spieltechnik abträglich ist. Man ist bei zu wenig automatisch dazu geneigt, den Bogen mit mehr Krafteinsatz über die Saiten zu streichen. Da beim Spielen auch Kolophonium an den Saiten hängen bleibt oder auf dem Cello selbst sollte man beides regelmäßig reinigen und pflegen. Auch die Rosshaare selbst sollte man von Zeit zu Zeit pflegen. Spezielle Reiniger werden hierfür im Fachhandel angeboten.

Wie lange ist Kolophonium haltbar?

Man kann das Harz grundsätzlich verwenden bis es seine Konsistenz verliert und damit nicht mehr brauchbar ist. Im Laufe der Monate trocknet es aus bis es letzlich nicht mehr zu gebrauchen ist. Wie lange dies dauert lässt sich nicht genau vorhersagen, aber gerade Cellisten die nicht so häufig spielen stellen regelmäßig fest, dass sie ihr Bogenharz wegwerfen müssen obwohl sie noch kaum etwas davon verwendet haben. Aber ohne Haftkraft hat das ganze keinen Sinn, also hilft auch das Nachtrauern nichts – ein neues muss her. Dies dürfte wohl alle 12 bis 24 Monate der Fall sein.