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Wer ein E-Cello kaufen sollte – und wer nicht

Anders als das akustische Original verzichtet das elektrische Cello auf den Resonanzkörper. Es ist leichter, kompakter und nahezu lautlos – wenn man das will. Was E-Cellos noch zu bieten haben, wo die Vor- und Nachteile liegen und für wen sie die richtige Wahl sind, verraten wir in diesem Beitrag.

Die Thomann Top Seller

Harley Benton HBCE 990 Electric Cello

Harley Benton ist die Hausmarke von Thomann, Europas größtem Musikhaus. Schon seit Ende der 90er Jahre vertreibt Thomann neben Musikinstrumenten auch ein breites Spektrum an Equipment und Zubehör. Konzipiert sind die E-Celli von Harley Benton für Einsteiger und Fortgeschrittene. In diesem Segment überzeugen sie mit einem unschlagbaren Preis. Gefertigt werden die Streichinstrumente in Asien.

Das Cello in der Größe 4/4 kommt mit einem äußerst gelungenen Design daher. Es vereint klassische Elemente mit einem modernen Look und bleibt dabei kompakt und ästhetisch.

Griffbrett und Wirbel sind aus Birke gefertigt, der Hals aus Ahorn. Die Feinstimmsaitenhalter bestehen aus Aluminium.

Ausgestattet ist das HBCE 990 mit einem aktiven Shadow Tonabnehmersystem. In dieser Preisklasse eine ordentliche Lösung die gängigen Einstellmöglichkeiten bietet. Neben dem obligatorischen Lautstärkeregler finden sich auch Regler für Bass und Höhen auf der Rückseite des Instruments.

Besonders wichtig bei elektrischen Celli sind die Ein- und Ausgänge über die man sowohl Verstärker und Kopfhörer anschließen kann, aber auch Smartphones, MP3-Player und andere Geräte, über die man Playalongs und Playbacks einspielen kann, zu denen man dann spielen kann.

Zur Verfügung steht zu diesem Zweck ein Klinkenausgang mit 6,3mm. Mit einem Schalter legt man fest, ob man mit Verstärker oder Kopfhörer spielt. Theoretisch kann man natürlich auch über einen Verstärker spielen, an den wiederum Kopfhörer angeschlossen sind. Das lohnt sich aber nur, wenn man mit zusätzlichen Einstellungsmöglichkeiten mehr aus dem Sound holen kann.

Ein Aux-In Klinkeneingang mit 3,5mm kann genutzt werden, um über externe Geräte Musik einzuspielen. Ob klassische oder Pop-Musik, plötzlich befindet man sich mitten im Orchester oder einer Band und spielt einfach mit. Ganz ohne dass die Nachbarn oder Familienmitglieder einen dabei hören.

Zum Zubehör gehören neben einer Tasche ein Bogen, Kolophonium sowie Bauch- und Kniestützen, damit das E-Cello in Position bleibt und dem Musiker ein Maximum an Komfort bieten. Auch ein Stachel und 4 Feinstimmer sind im Lieferumfang enthalten.

Man bekommt also alles geliefert was man braucht, um sofort loslegen zu können.

Dieses Zubehör sollte man gleich mit bestellen

  • Ständer
  • 1 zusätzlicher Satz Saiten
  • Stimmgerät

Erhältlich ist das E-Cello in vier Farbvarianten:

FAZIT
Das Gesamtpaket liefert gerade für Einsteiger ein solides Cello mit umfangreichem Zubehör um sofort durchstarten zu können. Dieses Modell ist nicht umsonst ein Topseller und das 30-tägige Rückgaberecht in Verbindung mit 3 Jahren Garantie bei Thomann machen das schicke Cello zu einem attraktiven Angebot. Wichtig ist die Anmerkung, dass die Preis-Leistung hier überzeugt, das E-Cello aber nicht dafür konzipiert ist, deutlich teureren Alternativen Konkurrenz zu machen.

Yamaha SVC 210 Silent Cello

Einer der bekanntesten Hersteller im Bereich Musikinstrumente ist das japanische Unternehmen Yamaha. Im Firmenlogo sind drei Stimmgabeln zu erkennen. Ein Symbol für die Passion und Verbundenheit mit der Musik. Die Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Hamamatsu hat fast alles im Sortiment, was Musiker sich wünschen. Yamaha steht für höchste Qualität, guten Sound und Langlebigkeit. Dies gilt auch für die elektrischen Celli, die preislich deutlich über dem Einsteigermodell von Harley Benton liegen.

Das Yamaha SVC 210 Silent Cello ist bei Thomann schon seit 2007 erhältlich. Mit einem zeitlosen und charismatischen Design ist das SVC 210 auch heute noch eine echte Hausnummer. Der Hersteller hat bei diesem Modell besonders viel Wert auf Alltagstauglichkeit gelegt. Das Instrument ist mit einklappbaren Beinstützen sowie abnehmbarer Bruststütze und Zargensatz ausgestattet und lässt sich in wenigen Sekunden in ein kompaktes E-Cello verwandeln, das man in der mitgelieferten Tasche verstauen kann. Mit einem Gewicht von unter 4 Kilogramm ist es äußerst praktikabel für Musiker, die viel unterwegs sind.

Für authentischen Sound sorgt die gut durchdachte Resonanzkammer. Der Korpus besteht aus Ahorn und Fichte, das Griffbrett aus Ebenholz. Aus Ahorn bestehen auch Hals und Steg. Die zuverlässigen Stimmwirbel bauen auf ein bewährtes Schneckengetriebe.

Die Anschlüsse und Drehregler befinden sich auf der Rückseite. Wer nicht nur solo spielen will, kann externe Soundquellen wie MP3-Player, das Smartphone oder den Computer über den AUX-Eingang mit einem 3,5 Millimeter Klinkenkabel verbinden und seine Backing Tracks oder sonstige Musik abspielen und die eigenen vier Wände rocken, ohne dass jemand etwas davon mitbekommt. Der AUX IN verfügt über einen Volumen-Regler. So kann man unabhängig von der Gesamtlautstärke einstellen, wie laut die externe Soundquelle zu hören ist. Gleich neben diesem Anschluss findet man den LINE OUT. Hier kann man Aktivlautsprecher, Aufnahmegeräte und andere externe Geräte anschließen.

Das Batteriefach liegt mit einem kleineren Abstand über diesen Anschlüssen. Es lässt sich ohne Hilfsmittel wie bei einer Fernbedienung öffnen. Darüber findet man einen 9-12V DC-IN. Hier kann man ein Netzteil anschließen. Dann kommen zwei Schalter mit mehreren Einstelloptionen. Mit dem REVERB kann man einen Halleffekt auf mehreren Stufen hinzuschalten und so den Sound optimieren. Der POWER Schalter befindet sich links vom REVERB. Neben der ON-/OFF-Funktion aktiviert man hier auch den REVERB. Weiter oben findet sich dann der VOLUME-Regler und direkt darüber der Kopfhörer-Ausgang. Alles in Allem ist die Rückseite des Yamaha SVC 210 sehr übersichtlich und logisch aufgebaut.

Zum Lieferumfang gehören neben Kopfhörern, Batterien und der Cellotasche noch 4 Feinstimmer sowie ein Stachel.

Wir empfehlen dieses Zubehör
Cellobogen
Celloständer
Stimmgerät

FAZIT
Das Silent Cello von Yamaha ist vor allem für Fortgeschrittene, professionelle Cellisten aber auch ambitionierte Anfänger mit großem Budget ein echter Geheimtipp. Für den lautlosen Einsatz zuhause oder als Cello für die Bühne eignet sich das Yamaha bestens. Ein Highlight ist wie erwähnt das schlanke Konzept des E-Cellos, welches es für den unproblematischen Transport prädestiniert. Viele Bilder und weitere Informationen findet man über das Yamaha SVC210 bei Thomann*.

Wie funktioniert ein E-Cello?

Im Gegensatz zum klassischen Cello das einen Resonanzkörper benötigt um Musik hervorzubringen verzichtet das E-Cello darauf. Es arbeitet stattdessen mit einem Verstärker der die Schwingungen der Saiten elektronisch aufnimmt und verstärkt. Während einige elektrische Celli ihren akustischen Vorbildern optisch nachempfunden sind, weichen andere von diesem Design ab und sehen so gar nicht nach Cello aus. Sie kommen ganz ohne Resonanzkörperersatz daher und wirken dank moderner Formen und Farben wie die Rockstars unter den Violoncellos. Das Prinzip hinter der elektrischen Ausführung bleibt aber stets das gleiche. Eine Zwischenstufe aus der akustischen und elektrischen Welt sind akustische Cellos mit Tonabnehmer. Dieser ermöglicht nicht nur das Aufnehmen der Musik die man macht sondern erlaubt auch, diese zu verstärken wenn dies nötig ist. Bei Auftritten zum Beispiel.

Wo liegen die Vor- und Nachteile von E-Celli?

Elektrisch VS Akustisch? Nein! Beide Instrumente haben ihre Daseinsberechtigung. Das E-Cello soll und kann das akustische Original nicht ersetzen und soll es auch nicht. Es ist aber definitiv eine musikalische Bereicherung. Wo die Unterschiede liegen und welche Vor- und Nachteile es gibt verdeutlichen die folgenden Punkte.

1. Kompakt und Leicht
Die elektrischen Saiteninstrumente sind deutlich leichter als der hölzerne Klassiker. Außerdem sind wegen dem fehlenden Resonanzkörper deutlich kompakter. Der Transport gestaltet sich deutlich angenehmer und man muss nicht ständig aufpassen, irgendwo anzustoßen. Wer mit dem Fahrrad oder den Öffentlichen Verkehrsmitteln zur Bandprobe muss wird diese Vorzüge sehr zu schätzen wissen.

2. Flüsterleises Spielen
Pssssst… hat jemand ein Cello gehört? Ein elektrisches Cello ist unverstärkt so leise, dass man es einen Raum weiter schon nicht mehr hört. Wer nicht allein in einem abgeschiedenen Haus mitten im Wald wohnt kann vielleicht nicht immer dann und in dem Umfang wie er möchte üben, weil er seine Mitbewohner oder Nachbarn nicht stören will oder darf. Diesem Problem kann man sich mit dem Kauf eines solchen Musikinstruments ganz einfach entledigen in dem man mit Kopfhörern spielt statt mit Verstärker. Übrigens gibt es bei der E-Variante auch keine Rückkopplung wie man sie vom akustischen Vorbild kennt. Gerade beim Bespielen hoher Lagen profitiert man von dieser angenehmen Tatsache und dem guten Sound.

3. Soundeffekte
Wer nicht nur klassische Musik im Repertoire hat sondern Populärmusik und darüberhinaus auch gerne experimentiert, der hat mit einer breiten Palette an Soundeffekten die freie Wahl. Sei es der Chorus der das Cellospiel begleitet oder diverse Zerreffekte. Auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Samples, also Klängen, steht zur Verfügung. Die Möglichkeiten sind vergleichbar mit einem Digitalpiano – verglichen mit dem akustischen Klavier oder Flügel. Elektrische Celli machen jedenfalls eine Menge Spaß. Auch ein Looper – die kleinen Kästen die mit einem Pedal versehen vor einem auf dem Boden stehen – kann verwendet werden. So kann man kurze oder auch längere Passagen einfach aufnehmen und dann im Loop, also einer Schleife, abspielen lassen und so mit nur einem Instrument sein eigenes kleines Orchester formen.

Nachteile

Ein Nachteil aller elektronischen Geräte – Musikinstrumente bilden da keine Ausnahme – ist, dass man auf Strom angewiesen ist. Natürlich kann man auch ohne spielen, aber so ganz ohne Resonanzkammer macht das dann nicht ganz so viel Spaß.

Außerdem benötigt man entweder einen Verstärker oder einen Kopfhörer – in den meisten Fällen beides.

Natürlich fühlt sich ein E-Cello ganz anders an als ein klassisches. Fast wie ein anderes Instrument. Daran muss man sich zuerst gewöhnen – dann will man es aber für gewöhnlich nicht mehr missen. Der Kontrast wird vor allem bei elektrischen Celli deutlich, die eine Saite mehr zu bieten haben. In puncto Komfort gibt es bei guten Modellen keine Einbußen – auch sie haben einen guten und stabilen Stand und fühlen sich beim Spielen auch gut an ohne zu verrutschen.

Das größte Manko ist sicher, dass es dem modernen Streichinstrument gehörig an Charme fehlt. Es ist einfach nicht das Gleiche. Aber es geht letztendlich auch nicht darum ein Ersatz zu sein. Ein elektrisches Violoncello ist eine bereichernde Ergänzung zum akustischen die das Cellospiel bereichert und neue Möglichkeiten eröffnet.

Hersteller

Es gibt inzwischen einige Hersteller die E-Celli produzieren und vertreiben. Der wohl bekannteste unter ihnen, Yamaha, kommt aus Japan. Eine besonders große Auswahl gibt es von Classic Cantabile. Hier noch ein paar weitere Namen die man kennen sollte: NS Design und Gear4Music.