Wer ein E-Cello kaufen sollte – und wer nicht

Anders als das akustische Original verzichtet das elektrische Cello auf den Resonanzkörper. Es ist leichter, kompakter und nahezu lautlos – wenn man das will. Was E-Cellos noch zu bieten haben, wo die Vor- und Nachteile liegen und für wen sie die richtige Wahl sind, verraten wir in diesem Beitrag.

Wie funktioniert ein E-Cello?

Im Gegensatz zum klassischen Cello das einen Resonanzkörper benötigt um Musik hervorzubringen verzichtet das E-Cello darauf. Es arbeitet stattdessen mit einem Verstärker der die Schwingungen der Saiten elektronisch aufnimmt und verstärkt. Während einige elektrische Celli ihren akustischen Vorbildern optisch nachempfunden sind, weichen andere von diesem Design ab und sehen so gar nicht nach Cello aus. Sie kommen ganz ohne Resonanzkörperersatz daher und wirken dank moderner Formen und Farben wie die Rockstars unter den Violoncellos. Das Prinzip hinter der elektrischen Ausführung bleibt aber stets das gleiche. Eine Zwischenstufe aus der akustischen und elektrischen Welt sind akustische Cellos mit Tonabnehmer. Dieser ermöglicht nicht nur das Aufnehmen der Musik die man macht sondern erlaubt auch, diese zu verstärken wenn dies nötig ist. Bei Auftritten zum Beispiel.

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Wo liegen die Vor- und Nachteile?

Elektrisch VS Akustisch? Nein! Beide Instrumente haben ihre Daseinsberechtigung. Das E-Cello soll und kann das akustische Original nicht ersetzen und soll es auch nicht. Es ist aber definitiv eine musikalische Bereicherung. Wo die Unterschiede liegen und welche Vor- und Nachteile es gibt verdeutlichen die folgenden Punkte.

1. Kompakt und Leicht
Die elektrischen Saiteninstrumente sind deutlich leichter als der hölzerne Klassiker. Außerdem sind wegen dem fehlenden Resonanzkörper deutlich kompakter. Der Transport gestaltet sich deutlich angenehmer und man muss nicht ständig aufpassen, irgendwo anzustoßen. Wer mit dem Fahrrad oder den Öffentlichen Verkehrsmitteln zur Bandprobe muss wird diese Vorzüge sehr zu schätzen wissen.

2. Flüsterleises Spielen
Pssssst… hat jemand ein Cello gehört? Ein elektrisches Cello ist unverstärkt so leise, dass man es einen Raum weiter schon nicht mehr hört. Wer nicht allein in einem abgeschiedenen Haus mitten im Wald wohnt kann vielleicht nicht immer dann und in dem Umfang wie er möchte üben, weil er seine Mitbewohner oder Nachbarn nicht stören will oder darf. Diesem Problem kann man sich mit dem Kauf eines solchen Musikinstruments ganz einfach entledigen in dem man mit Kopfhörern spielt statt mit Verstärker. Übrigens gibt es bei der E-Variante auch keine Rückkopplung wie man sie vom akustischen Vorbild kennt. Gerade beim Bespielen hoher Lagen profitiert man von dieser angenehmen Tatsache und dem guten Sound.

3. Soundeffekte
Wer nicht nur klassische Musik im Repertoire hat sondern Populärmusik und darüberhinaus auch gerne experimentiert, der hat mit einer breiten Palette an Soundeffekten die freie Wahl. Sei es der Chorus der das Cellospiel begleitet oder diverse Zerreffekte. Auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Samples, also Klängen, steht zur Verfügung. Die Möglichkeiten sind vergleichbar mit einem Digitalpiano – verglichen mit dem akustischen Klavier oder Flügel. Elektrische Celli machen jedenfalls eine Menge Spaß. Auch ein Looper – die kleinen Kästen die mit einem Pedal versehen vor einem auf dem Boden stehen – kann verwendet werden. So kann man kurze oder auch längere Passagen einfach aufnehmen und dann im Loop, also einer Schleife, abspielen lassen und so mit nur einem Instrument sein eigenes kleines Orchester formen.

Nachteile

Ein Nachteil aller elektronischen Geräte – Musikinstrumente bilden da keine Ausnahme – ist, dass man auf Strom angewiesen ist. Natürlich kann man auch ohne spielen, aber so ganz ohne Resonanzkammer macht das dann nicht ganz so viel Spaß.

Außerdem benötigt man entweder einen Verstärker oder einen Kopfhörer – in den meisten Fällen beides.

Natürlich fühlt sich ein E-Cello ganz anders an als ein klassisches. Fast wie ein anderes Instrument. Daran muss man sich zuerst gewöhnen – dann will man es aber für gewöhnlich nicht mehr missen. Der Kontrast wird vor allem bei elektrischen Celli deutlich, die eine Saite mehr zu bieten haben. In puncto Komfort gibt es bei guten Modellen keine Einbußen – auch sie haben einen guten und stabilen Stand und fühlen sich beim Spielen auch gut an ohne zu verrutschen.

Das größte Manko ist sicher, dass es dem modernen Streichinstrument gehörig an Charme fehlt. Es ist einfach nicht das Gleiche. Aber es geht letztendlich auch nicht darum ein Ersatz zu sein. Ein elektrisches Violoncello ist eine bereichernde Ergänzung zum akustischen die das Cellospiel bereichert und neue Möglichkeiten eröffnet.

Hersteller

Es gibt inzwischen einige Hersteller die E-Celli produzieren und vertreiben. Der wohl bekannteste unter ihnen, Yamaha, kommt aus Japan. Eine besonders große Auswahl gibt es von Classic Cantabile. Hier noch ein paar weitere Namen die man kennen sollte: NS Design und Gear4Music.