© stokkete | Adobe Stock

Auf der Suche nach einem Cello?

Das ist gar nicht so einfach. Vor allem für Anfänger oder Eltern die ein Instrument für ihr Kind suchen. Die Preise für neue Instrumente namhafter Hersteller oder dem Instrumentenbauer sind oft hoch. Qualität hat nun einmal ihren Preis. Welche Alternativen es gibt und für wen es sich lohnt zunächst einmal ein Cello zu mieten oder gebraucht zu kaufen, erfährst du hier.

Cellos für Anfänger und Fortgeschrittene

Die Auswahl an Instrumenten ist groß. Ein Blick auf Celli die häufig von anderen Anfängern und Fortgeschrittenen gekauft werden und damit besonders beliebt sind, kann eine gute Orientierung sein. Für welches Cello sich die anderen entschieden haben, verrät die folgende Liste mit den Top Sellern bei Thomann, dem größten Musikhaus Europas.

Cello ist die Kurzform von Violoncello. Eine Bezeichnung, die eher selten Verwendung findet. Das beliebte Streichinstrument gehört zur Familie der sogenannten Viola-da-braccio, was auf italienisch schlicht „kleiner Violine“ bedeutet. Man spricht auch von der Bassgeige. Das Verwandtschaftsverhältnis von Cello und Violine ist schon optisch offenkundig. Da Celli deutlich größer sind als Geigen, benötigen sie einen stabilen Fuß, auf dem sie sicher stehen können. Diesen nennt man Stachel oder Perno. Er kann aus Holz gefertigt sein oder aus Metall, auch Varianten aus Kunststoff gibt es. Hervorgegangen ist das Instrument der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Erschaffen wurde es in Norditalien von wo es dann seinen Siegeszug zunächst in Europa und dann über den ganzen Globus antrat. Noch heute gehört es zu den beliebtesten Musikinstrumenten, wenn es auch dem Klavier, der Gitarre und der Geige den Rang nicht ablaufen kann. Wer sich für dieses charakterstarke Streichinstrument entschieden hat kann sich auf zahlreiche Herausforderungen und Erfolgserlebnisse freuen. Worauf es ankommt, welche Celli für Anfänger und Fortgeschrittene empfehlenswert sind und welche Fehler man beim Kauf nicht machen sollte, verraten wir auf dieser Seite.

Zu den Streichinstrumenten gehören neben dem Cello auch noch Geige, Bratsche und Kontrabass. Die Klangerzeugung mit einem Bogen eint diese Saiteninstrumente und ihre Verwandtschaft ist zudem nicht zu übersehen. Als Streicher werden Musiker bezeichnet, die eines dieser Instrumente spielen. Im Orchester fasst man die Violinininstrumente auch mit der italienischen Bezeichnung „Archi“ für Streicher, zusammen.

Wie viel kostet ein Cello?

Das kommt ganz darauf an. Günstige Modelle kann man schon für unter 200 Euro bekommen. Eine deutlich größere Auswahl hat man, wenn man etwas mehr Geld investiert. Im Preisbereich zwischen 400 und 1000 Euro hat man schon eine recht passable Auswahl. Das mag für viele bereits ein Vermögen sein – ein vernünftiges Cello sollte man für diese Beträge nicht erwarten. Bei diesen Summen geht es mehr darum, ein Instrument mit einer guten Preis-Leistung zu erwischen, also möglichst viel Cello für möglichst wenig Geld zu bekommen. Für hochwertigere Instrumente mit deutlich mehr Potential in klanglicher Hinsicht muss man entsprechend tiefer in die Tasche greifen. Die Preise für bessere Modelle namhafter Hersteller bewegen sich grob in einem Bereich von 2000 bis 6000 Euro – nach oben gibt es an sich keine Grenzen. Auch eine fünfstellige Summe ist schnell investiert. Die Frage ist eben, für wen das Sinn macht. Ein Anfänger braucht sicher kein Nonplusultra-Instrument sondern eines, das annehmbar klingt, Spaß macht und den Geldbeutel nicht zu sehr belastet.

E-Cello

Alternativen findet man zum akustischen Klassiker aus Holz unter anderem im elektronischen Bereich. Ein E-Cello kommt ganz ohne Resonanzkammer aus. So kann man mit Kopfhörern auch in der Mietwohnung in Ruhe üben ohne dass der Nachbar etwas davon mitbekommt. Rund um die Uhr. Diese Variante ist auch deutlich kompakter und leichter als das akustische Vorbild. Die Qualität dieser Instrumente ist im Vergleich zu akustischen Celli im gleichen Preissegment teilweise erstaunlich gut und zumindest als Zweitinstrument zum Üben – auch unterwegs – eignen sich einige Modelle mehr als gut. Günstige Einsteigerversionen bekommt man schon für etwa 400 Euro. Für ein besseres muss man schon etwas tiefer in die Tasche greifen und 1000 bis 1500 Euro investieren. Möchte man ein wirklich gutes E-Cello kaufen, wird man aber nochmal 1000 Euro drauflegen müssen. Einer der absoluten Top-Seller in dieser Kategorie ist das Yamaha SVC 210 Silent Cello.

Gebrauchte Streichinstrumente

Wenn man nicht unbedingt ein neues Cello haben muss sondern sich auch mit einem gebrauchten zufrieden gibt, findet man sowohl online als auch lokal bei Händlern und Geigenbauern eine große Auswahl an gut gepflegten Instrumenten die genauso gut klingen wie ein ganz neues – aber deutlich günstiger sind. Weil sie schon ein paar Tage alt sind und vielleicht auch, weil sie schon ein paar kleinere Schönheitsfehler haben die im Grunde genommen völlig egal sind. Wenn man bei einem privaten Verkäufer ein Schnäppchen machen möchte sollte man unbedingt jemanden dabei haben der sich wirklich auskennt, sonst setzt man möglicherweise einiges an Geld in den Sand.

Zubehör

Nicht außer Acht lassen sollte man die Kosten für das benötigte Zubehör. Neben dem Naheliegenden wie Notenständer, Stimmgerät und Metronom sollte man auch einen Cellokoffer oder eine Cellotasche kaufen um das wertvolle Instrument sicher darin verstauen zu können. Im Besonderen gilt dies, wenn man vorhat, es auch einmal mitzunehmen. Möchte man es in den eigenen vier Wänden nicht immer im Koffer aufbewahren, braucht man einen geeigneten Celloständer der einen sicheren Stand ermöglicht. Eine passende Sitzgelegenheit sollte man auch auf dem Schirm haben. Es ist unbedingt notwendig, die richtige Sitzhöhe und -Position beim Spielen zu haben und zwar vom ersten Tag an. Wenn man etwas Passendes zuhause hat braucht man natürlich kein Geld für einen Cellostuhl ausgeben. Ein Cellostachel ist ebenfalls notwendig, in der Regel bei einem neuen Instrument dabei, und kostet ansonsten nicht die Welt. Damit das Violoncello beim Üben und Spielen nicht verrutschen kann, bietet sich ein Parkettschoner an. Er schützt den Fußboden und sorgt für einen stabilen Stand des Musikinstruments. Auch Reinigung und Pflege sollten stets einen hohen Stellenwert haben um das Streichinstrument in Schuss zu halten. So bleibt es optisch schön anzusehen, behält seine klanglichen Eigenschaften bei und als Nebeneffekt behält es seinen Wert. Je schlechter der Zustand irgendwann ist, je höher wird auch der Wertverlust bei einem eventuellen Verkauf sein. Wer es nicht ganz so laut mag kann sich noch einen Dämpfer kaufen – auch dieser ist relativ erschwinglich. Um das Stimmen der Cellosaiten die man regelmäßig erneuern muss zu erleichtern, setzt man sogenannte Feinstimmer ein. Bis zu vier dieser kleinen Helferlein lassen sich am Saitenhalter anbringen. Ganz wichtig ist auch das Kolophonium oder Bogenharz, welches auf das Rosshaar des Cellobogens aufgetragen wird um die nötige Haftfähigkeit herzustellen die dafür sorgt, dass die Saiten beim Darüberstreichen „kleben“ bleiben um dann wegen der Saitenspannung wieder in die Ursprunsposition zurückzuschwingen. Das Kolophonium sorgt dafür, dass überhaupt Töne entstehen. Ohne Bogenharz hört man bei einem Cello nicht viel. Wer schon eine Weile dabei ist legt sich vielleicht sogar ein Thermo-Hygrometer zu um seinem Schätzchen immer die besten Bedingungen gewährleisten zu können. Auch wenn die Einzelposten der obigen Liste meist recht günstig sind – alles zusammen ergibt dann doch eine ordentliche Summe die man gleich von Anfang an einkalkulieren sollte.

Auch die laufenden Kosten sollte man nicht links liegen lassen, wenn sie auch überschaubar bleiben. So muss da Kolophonium etwa alle zwei Jahre erneuert werden weil es eintrocknet. Saiten kann man nicht ewig spielen – irgendwann klingen sie einfach nur noch wie kalter Kaffee. Auch ein kleines Budget für Reparatur und Wartung sollte man zur Seite legen. Für alle Fälle.

Auf den richtigen Cellobogen kommt es an

Ein Cello allein bringt einem wenig. Man benötigt auch einen passenden Bogen dazu. Bei vielen Angeboten liegt dieser bereits bei. Er hat einen großen Einfluss auf den Klang des Cellos und man sollte ihm genausoviel Aufmerksamkeit schenken wie dem eigentlichen Instrument. Das Bogenhaar besteht auch heute fast ausschließlich noch – wie schon seit langer Zeit – aus Rosshaar. Damit sind Cello- und Geigenbögen nicht vegan. Es gibt aber bereits synthetische Alternativen die sich noch nicht so richtig durchsetzen konnten.

Erhältliche Cellogrößen

Für Erwachsene ist vor allem die Größe 4/4, also das ganze Cello, Standard. Auch die 7/8 Version für die etwas zierlicheren mit kürzeren Armen oder Fingern. Auch Jugendliche sind hier in manchen Fällen gut beraten. Für Kinder gibt es hingegen eine große Bandbreite an unterschiedlichen Cello-Größen. Neben ¾, ½ und ¼ wären da noch 1/8, 1/10 oder 1/16. Da den Überblick zu bewahren ist nicht immer leicht. Die richtige Größe bestimmt am sichersten der Cellolehrer. Der weiß genau, worauf es ankommt und welche Cello-Größe die geeignetste für Ihr Kind ist.

Cello für Kinder

Ist man nicht auf der Suche nach einem akustischen Modell für Erwachsene sondern nach einem Kindercello, kommt man meist günstiger weg. Schon im Bereich zwischen 300 und 600 Euro hat man eine große Auswahl. Die Frage ist aber, ob man überhaupt ein Cello für Kinder kaufen sollte, da diese diesem schnell entwachsen und man wenn es schlecht läuft ein Jahr später eigentlich schon die nächste Größe kaufen sollte. Hier ist das Mieten oder der sogenannte Mietkauf eine echte Option, wenn man nicht beim Musiklehrer direkt gegen Gebühr ein Instrument für den Nachwuchs leihen kann. Wichtig ist, sich hier von einem Profi beraten zu lassen der über ausreichend Erfahrung verfügt wenn es um Cellos für Kinder geht. Meist handelt es sich hier um den Cellolehrer, der die Eltern berät und in Abhängigkeit vom Budget eine Empfehlung ausspricht.

Cello für Kinder?

Kinder benötigen Instrumente die für ihre Körpergröße und Armlänge ausgelegt sind. In Frage kommen hier die folgenden Größen:

  • 3/4
  • 1/2
  • 1/8
  • 1/16

Eine große Auswahl an geeigneten Kindercelli findet man bei Thomann.

Cello klang: Wie klingt ein Cello eigentlich?

Der charakteristische Klang eines Cellos geht unter die Haut. Viel tiefer als eine Geige und kräftiger versetzen die Töne den ganzen Körper in Schwingung. Etwas melancholisch und maskuliner als die Geige weiß das Instrument das viel zu selten als Solo daherkommt zu überzeugen. Sein Grundcharakter entwickelt sich beim Spielen leidenschaftlich und weiß sowohl in hohen als auch in tiefen Lagen voll zur Geltung zu kommen.

Wie schwer ist ein Cello?

Das Gewicht eines Cellos liegt bei etwa 3,3 Kilogramm. Beim Spielen lastet das meiste Gewicht auf dem Stachel. Transportiert man das Instrument in einem Case kommt das Gewicht des Celloetuis und das des Zubehörs natürlich noch dazu. Ein leichter Cellokoffer wiegt oft weniger als 3 Kilogramm. Je leichter das Case, je teurer ist es in der Regel auch. Taschen sind günstiger als massive Etuis, bieten aber nicht so viel Schutz gegen mechanische Einwirkungen von außen wie Stößen. Hochwertige E-Cellos sind übrigens nicht leichter als ihre akustischen Vorbilder. Aus massivem Holz gefertigt bringen sie es mit Tonabnehmer und einem stabilen Rahmen teilweise sogar auf an die 3,7 Kilogramm – und das ganz ohne Resonanzkörper. Transportiert man sein Instrument von A nach B macht es Sinn, sich mit ergonomischen Aspekten zu befassen. Trägt man seinen Koffer in der Hand und legt eine größere Strecke zu Fuß zurück, sollte man es bei jeder möglichen Gelegenheit kurz abstellen und beim Tragen von links nach rechts wechseln, um die Belastung gleichmäßig zu verteilen. Man kann sein Cello auch auf dem Rücken tragen. Es gibt sogar Möglichkeiten, einen massiven Koffer auf diese Weise zu transportieren um so die Belastung auf die Wirbelsäule möglichst ausgeglichen wirken zu lassen.

Was heißt eigentlich Cello auf Englisch?

Auch im Englischen kennt man das beliebte Streichinstrument als Cello. Während man es im Deutschen wie tsche·loo ausspricht klingt es im Englischen eher wie ein tsche·lou. Im Plural spricht man im Englischen immer von ‚cellos‘. Eine Bezeichnung, die auch im Deutschen gebräuchlich ist neben Celli für die Mehrzahl. Der Cellist oder die Cellistin sind im Englischen schlicht der cello player.

Auf die richtige Haltung kommt es beim Cello spielen an

Ganz wichtig beim Cello spielen ist die richtige Haltung die ergonomisch möglichst einwandfrei sein sollte. Zwangshaltungen führen zu muskulären Verspannungen und sind vor allem langfristig, nach Monaten und Jahren des Übens und Spielens, ein großes Problem für die Wirbelsäule und den passiven Bewegungsapparat im Allgemeinen.

Tonabnehmer fürs Cello

Wer sein Cellospiel aufnehmen möchte, benötigt einen Tonabnehmer in Form eines Mikrofons dazu. Man kann sich selbst und seine Fortschritte oft schlecht einschätzen. Nimmt man sich beim Spielen auf, kann man seinen aktuellen Stand wie ein Außenstehender ganz nüchtern und objektiv hören und bewerten. Aber auch wenn man eine waschechte Aufnahme von einem bestimmten Stück möchte, kann man dies zuhause realisieren – ganz ohne teures Tonstudio.

Altes Cello kaufen?

Es ist grundsätzlich eine gute Idee sich gebrauchte Instrumente anzusehen da man hier unter Umständen ein Schnäppchen machen, zumindest aber einiges an Geld sparen kann. Ein gebrauchtes Cello muss nicht zwangsläufig alt sein. Wer auf der Suche nach einem alten Cello ist das möglicherweise sogar von einem bekannten Geigenbauer aus der Vergangenheit stammt, muss nicht selten einen viel höheren Preis in Kauf nehmen, als für ein vergleichbares neues Instrument. Ein altes Cello hat Charme und Charakter. So ist es nicht verwunderlich, dass viele an einem solch exquisiten Streichinstrument interessiert sind, das neben dem ohnehin dekorativen Wert eines Cellos auch noch das Flair vergangener Tage ins Haus bringt. Wichtig ist bei einem Kauf immer, genau hinzusehen und zu hören und sich nach Möglichkeit die Historie des Instruments belegen zu lassen. Wer hat es gebaut? Welche Reparaturen wurden wann, wo und von wem durchgeführt? Wie viel kosten vergleichbare gebrauchte und neue Cellos? Gerade wenn man ein altes Cello kaufen möchte sollte man sich fachkundig beraten lassen und im Idealfall auch immer jemanden dabei haben der sich wirklich auskennt, sollte man etwas interessantes gefunden haben. Wenn sich der Verkäufer oder aktuelle Besitzer darauf einlässt das Instrument von einem Fachmann wie einem Geigenbauer bewerten und einschätzen zu lassen, sollte man dies auf jeden Fall tun, gerade wenn man eine stattliche Summe investieren müsste für das Instrument.